Auge in Wachtrance

Bewusstsein

Alles Existierende ist Bewusstsein!

Dieses Aussage stelle ich über alle meine Arbeiten.

Bewusstsein ist gekennzeichnet und differenziert durch Umfang, Form und Inhalt. Eine implizite Hierarchie dient lediglich der Erklärung und hat keinerlei Aussagekraft über Wertigkeiten. Nichts ist besser oder schlechter, alles Existierende ist lediglich anders.

Jede Materie hat eine Ordnung als mineralische Substanz. Atome und Moleküle sind fest gefügt: Kleinste Teilchen tragen in sich eine Ordnung, deren wesentlichstes Merkmal die Beständigkeit ist. Es stellt sich die Frage, ob Ordnung quasi ein Bewusstsein der beteiligten Elemente füreinander voraussetzt.

Es folgt ein Beispiel: Auf pflanzlichem Niveau trägt ein Samenkorn in sich die Ordnungen der Pflanze. Aus dem Samen der Eiche kann nur eine Eiche wachsen. Ausschließlich diese Information „Eiche“ ist gespeichert. Diese aber in ihrer komplexen Vielfalt von Werden und Vergehen, von „Individuum“ und Umwelt. Die Basis aus der Ordnung der mineralischen Substanz in Form von gesetzmäßiger Beständigkeit wird um die Ordnung des Wachstums erweitert.

Tierische Existenz greift die Ordnungen von mineralischer Grundsubstanz und pflanzlichem Wachstum auf und erweitert diese um die Dimension Beweglichkeit, wenn auch innerhalb einer in ihren Grenzen festgelegten Umwelt. Hinzu kommen Möglichkeiten des Ausdrucks von psychischen Prozessen, über deren Umfang wir oft nur Vermutungen anstellen können.

Menschliche Existenz kann die oben angegebenen Ebenen in freier Weise zum Ausdruck bringen. Den dreidimensionalen Raum können wir in freier Bewegung besiedeln. Verständigung ist mit allen Menschen möglich.

Aus erkenntnistheoretischer und philosophischer Sicht können wir allerdings keine Aussagen über Gleichwertigkeiten dieser Verständigung machen. Die einzig reale Welt ist die unserer eigenen Wahrnehmungen und Emotionen. Aussagen über Wahrnehmungen und Emotionen einer anderen Existenz haben lediglich Vermutungscharakter.

– Poppers, Karl. 1934.

Die Interpretationen der Kopenhagener Postulate der Physiker Niels Bohr und Werner Heisenberg (1927) liefern grundlegenden Gedanken über die Zusammenhänge von Wahrnehmung und Bewusstsein:

  • Der Beobachter ist mit der beobachteten Realität untrennbar verbunden.
  • Außerhalb der Beobachtung gibt es keine Wirklichkeit.
  • Beobachtung schafft Wirklichkeit.

Das Bewusstsein ist quasi die Bühne, auf der sich unsere Persönlichkeit darstellt.

– Steiner, Rudolf. 1914. Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten und Theosophie.

Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1936) interpretiert Bewusstsein mit einer topologischen Psychologie: dargestellt durch eine Person in einer Jordankurve, umgeben von zugänglichen und unzugänglichen Anteilen. Der Mensch steht im Zentrum dieser Kurve und:

Wirklichkeit ist das, was wirkt.

Diese wahrgenommene, subjektive Wirklichkeit des Klienten ist das Objekt meines Therapie-Ansatzes: Es gilt, die gegenwärtige schmerzende Narbe zu behandeln, die gegenwärtige Wirksamkeit im Gegensatz zur Wiederholung (Er-Innerung) eines Traumas aus längst vergangenen Tagen. Die Gegenwart wird in das Zentrum der Therapie gestellt und die Steuerung der Gegenwart aus dem Trauma der Operation aufgelöst: Die Wirklichkeit ist lediglich die Narbe. Die alten Muster (Hypnose) werden aufgelöst durch präsente Bewusstheit. In diesem Sinne bezeichne ich meine Arbeit als Hypnotherapie mit Schwerpunkt Dehypnose (in neuem Tab öffnen).

Hypnose auf der Grundlage von Milton Erickson arbeitet mit fünf Sinnen (Modalitäten):

  • Sehen
  • Hören
  • Fühlen
  • Riechen
  • Schmecken

Diese fungieren als Kommunikatoren zwischen innerlich erlebter und äußerlich wahrgenommener Umwelt. Der Zustand der größtmöglichen Konzentration und Bewusstheit wird als Trance bezeichnet.

Die begleitenden Funktionen und Erlebnisse in der Trance laufen nach folgender Gesetzmäßigkeit ab:

  • Man erlebt ein Geschehen wie von außen kommend, als einen Film, an dem man als Zuschauer teilnimmt.
  • Gleichzeitig ist man Schöpfer dieses Filmes.
  • Man kann Schöpfer und teilnehmenden Zuschauer gleichzeitig beobachten.

Die Metaposition dieser letztgenannten Funktion ist die Stufe des Bewusstseins, die nun für eine therapeutische Arbeit herangezogen wird.

Sobald sich das Individuum als Teilnehmer und Schöpfer der eigenen Welt begreift, ist die Persönlichkeit in der Lage, aus Bewusstheit und Eigenverantwortung den eigenen Lebenslauf zu steuern.